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Häufige Fragen zu Bio-Mineralwasser

„Bio-Mineralwasser“ mag zunächst ungewohnt klingen. Hier antworten wir auf die häufigsten Fragen und rücken die populärsten Irrtümer rund um Trink- und Mineralwasser gerade.

1. Bio heißt Verantwortung

Ist nicht jedes Mineralwasser bio?

Längst nicht jedes Mineralwasser ist bio

Heute ist längst nicht mehr jedes Mineralwasser bio, da dort inzwischen allerhand Substanzen angekommen sind, die der Mensch zu verantworten hat. Außerdem bedeutet „Bio“ viel mehr als nur eine besondere Lebensmittelqualität.

„Natürliches“ Mineralwasser ist doch im Grunde „bio“.

"Bio" ist mehr als nur "natürlich"

Eine Marmelade aus 100 % Früchten ist zwar ein natürliches Produkt, aber deswegen noch lange keine Bio-Marmelade. Beim Mineralwasser ist es genauso: Ein natürliches Mineralwasser entstammt der Natur inklusive aller enthaltener Rückstände. „Bio“ ist es damit noch lange nicht. Denn „bio“ bedeutet grundsätzlich:

  • Umweltschutz (schonende, nachhaltige Gewinnung des Rohstoffs, Verarbeitung und Vertrieb)
  • hohe Produktqualität (naturbelassen, schadstoffarm, sicher) und
  • die Einhaltung sozialer Standards
Kann ein Lebensmittel überhaupt bio sein, wenn das EU-Siegel dafür nicht gilt?

Die Bezeichnung „Bio-Mineralwasser“ ist erlaubt, weil es reiner und umweltfreundlicher ist

Was wie Mineralwasser noch nicht in der EU-Bio-Gesetzgebung enthalten ist, darf zwar das EU-Biosiegel nicht tragen. Der Bundesgerichtshof hat aber 2012 geurteilt, dass für diese Produkte die Bezeichnung „bio“ trotzdem erlaubt ist, wenn sie sich in puncto Schadstofffreiheit und umweltfreundlicher Herstellung von den konventionellen Produkten deutlich abheben. Dass das bei Bio-Mineralwasser nach den Kriterien der Qualitätsgemeinschaft Biomineralwasser e.V. der Fall ist, hatte das Oberlandesgericht Nürnberg-Fürth bereits bestätigt.

Ist Bio-Mineralwasser nicht ein Luxus-Thema?

Wasserschutz geht jeden an

Wasser ein Luxus-Thema? Dieser Meinung kann man eigentlich nur sein, wenn man gutes Wasser für Luxus hält.
Insbesondere das Problem von Pestizidabbauprodukten in Trink- und Mineralwasser werden wir in wenigen Jahren flächendeckend und damit in allen Lebensmitteln, die Wasser enthalten, haben. Wir müssen also heute schon gegensteuern und die Qualität von morgen schützen.

2. Wasser ist das wichtigste Lebensmittel

Heißt es nicht, Trinkwasser sei das bestkontrollierte Lebensmittel?

Bio-Mineralwasser wird strenger kontrolliert als gesetzlich vorgeschrieben

Mineralwasser benötigt zwar eine amtliche Anerkennung und wird dazu umfassend kontrolliert. Aber nach der amtlichen Anerkennung liegt der Kontrollumfang im Belieben des Abfüllers - der Staat kontrolliert nur im Rahmen der allgemeinen Lebensmittelkontrolle. Um diese Lücke zu schließen, gelten für Bio-Mineralwasser sehr engmaschige Kontrollvorgaben.

Erst recht gilt das im Vergleich zum angeblich „bestkontrollierten Lebensmittel“, dem Leitungswasser. Außer der Aufnahme eines Grenzwerts für Uran 2011 ist der vorgeschriebene Untersuchungsumfang für Trinkwassersehr alt. Neuere Verschmutzungen wie Arzneimittelrückstände, eine Vielzahl von Pestizidabbauprodukten, künstliche Süßstoffe oder Industrierückstände werden bei Leitungswasser erst gar nicht untersucht. Selbst auf Pestizide wird Leitungswasser nach Trinkwasserverordnung nur dann getestet, „wenn deren Vorhandensein (…) wahrscheinlich ist“ - und bei einem Nachweis ändert sich u.U. viele Jahre lang überhaupt nichts.

Verlangt nicht das Gesetz, dass jedes Mineralwasser rein und vor Verunreinigungen geschützt ist?

Bio-Mineralwasser ist aus gutem Grund strenger

Es gibt zwar die Mineral- und Tafelwasserverordnung, in der Reinheit gefordert wird. Was das eigentlich genau bedeutet, ist juristisch sehr umstritten. Viele Menschen verstehen darunter, es dürften überhaupt keine messbaren Geringstmengen von Umweltschadstoffen enthalten sein. Das ist in unserer heutigen Welt eine Illusion: Spätestens seit den Ökotest-Mineralwasser-Tests von 2011 und 2013 und dem Test der Stiftung Warentest von 2014 ist allgemein bekannt, dass Pestizidabbauprodukte in Mineralwasser keine Ausnahme mehr sind. 

Bio-Mineralwasser geht deshalb einen sehr strengen Weg. Hier wird durch zahlreiche und strenge Grenzwerte die Gefahr von Rückständen stark minimiert. Gleichzeitig wird von den Brunnen Engagement im Kampf gegen die fortschreitende Brunnenvergiftung verlangt.

Ist Bio-Mineralwasser gesünder als normales Wasser?

Bio-Mineralwasser enthält weniger Schadstoffe und ist gesundheitsfördernd

Bio-Lebensmittel enthalten nicht zwingend mehr Vitamine und Mineralien o. ä., aber prinzipiell weniger Schadstoffe. In den Bio-Mineralwasser-Richtlinien ist zudem festgelegt, dass ein Bio-Mineralwasser mindestens eine nachweisbare gesundheitsförderliche Eigenschaft haben muss. Die Art und Menge der Mineralisierung sind dafür übrigens kein Anhaltspunkt: Die meisten Mineralstoffe nehmen wir ausreichend über unsere Nahrung auf. Wie viele und welche Mineralien ein Körper benötigt und über Mineralwasser zugeführt bekommen sollte, ist ebenso individuell verschieden wie Geschmacksvorlieben. Deswegen kann es keine pauschale Aussage geben, wie ein Mineralwasser mineralisiert sein muss, um gesund zu sein.

Manche sagen, Leitungswasser sei genauso gut wie Mineralwasser – stimmt das?

Leitungswasser ist kein naturbelassenes Produkt und oft weniger rein

Leitungswasser ist zwar billiger als Mineralwasser und enthält manchmal auch Mineralstoffe. Aber da es meistens aus oberflächennahen Quellen gewonnen wird, enthält es oft auch viele Substanzen, die eigentlich nichts darin verloren haben. So gibt es in Deutschland heute ganze Landkreise in denen kaum ein Grundwasser noch den Vorgaben der Trinkwasserverordnung entspricht. Manche Stoffe werden im Wasserwerk herausgefiltert oder durch chemische (Chlor, Ozon) und physikalische Methoden (UV-Bestrahlung) entfernt, anderen ist nicht beizukommen. Das Ergebnis ist ein Wasser, das alles ist, nur nicht naturbelassen.

3. Bio-Mineralwasser im Marketing

Kann sich jeder sein eigenes Bio-Siegel verleihen?

Bio-Siegel müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen

Es ist typisch für die Geschichte der Bio-Gesetzgebung, dass dem EU-Siegel privatrechtliche Zertifzierungen vorausgehen: Bio-Wein wurde z. B. nach über 25 Jahren privater Zertifkate (z. B. „ecovin“) erst 2011 in die EG-Öko-Verordnung aufgenommen. Einen Biosiegel-Wildwuchs und auch „Schmalspur“-Bio-Mineralwasser darf es – auch im Interesse der Verbraucher – trotzdem nicht geben: Der ökologische Abstand zu konventionellen Produkten muss sichergestellt bleiben. Dafür werden der Markt und die Rechtsprechung sicherlich sorgen (vgl. BGH-Urteil zu Bio-Mineralwasser).

Wer hat die Kriterien für Bio-Mineralwasser wie festgelegt?

Unabhängige Fachleute definieren die Richtlinien für Bio-Mineralwasser

Die Kriterien wurden von einem Kreis unabhängiger Fachleute erarbeitet. Sie basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und betreffen die sechs Bereiche Nachhaltigkeit, Naturbelassenheit, Mikrobiologie, Chemie, gutes Lebensmittel und transparente Information. Interessierte Brunnen müssen 45 Kriterien mit Hunderten von Einzeluntersuchungen erfüllen, die zumeist strenger als die gesetzliche Mineralwasserverordnung bzw. sogar komplett neu sind, wie z. B. der Grenzwert für Uran.
Das Qualitätssiegel wird im Namen der Qualitätsgemeinschaft Biomineralwasser e.V. von einer renommierten Biokontrollstelle für jeweils ein Jahr verliehen; die Kontrollstelle kontrolliert regelmäßig die Einhaltung der Kriterien.

Ist Bio-Mineralwasser so etwas wie „Greenwashing“?

Bio-Mineralwasser garantiert Umweltschutz

Nein, denn mit dem Bio-Mineralwasser-Siegel verpflichten sich teilnehmende Mineralbrunnen in einem Ausmaß zu Umweltschutz, Wasserspar- und Wasserschutzmaßnahmen sowie zur Einhaltung sozialer Standards, wie es das bisher noch nicht einmal in der Bio-Branche gegeben hat.

Wer Bio-Mineralwasser kauft, unterstützt damit den Schutz unseres wichtigsten Lebensmittels z. B. durch Ökolandbau und trägt dazu bei, dass Mitarbeiter fair behandelt werden. Zudem sensibilisiert das Siegel Branche und Verbraucher für die Problematik.

Ist Bio-Mineralwasser wirklich mehr als nur ein Marketing-Gag?

Bio-Mineralwasser ist Engagement und Transparenz

Mit dem Qualitätssiegel Bio-Mineralwasser können Brunnen sich von der Konkurrenz abheben - aber nicht durch Verbrauchertäuschung, sondern durch mehr Transparenz. Denn bislang können nur Labore erkennen, ob ein Mineralwasser wirklich eine hohe Qualität besitzt.
Wir sind der Meinung, dass Konsumenten ein eindeutiges Siegel brauchen mit dem sie herausragende Mineralwasserqualität und nachhaltige Herstellung erkennen können. Und wir kämpfen für Bio-Mineralwasser, weil uns das Thema am Herzen liegt: Wasser ist und bleibt das wichtigste Lebensmittel für uns Menschen, deswegen müssen wir mit vereinten Kräften die Wasserressourcen für heutige und für zukünftige Generationen schützen.