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Der globale Wasserkreislauf

Verbunden:

Die verschiedenen Wasservorkommen unserer Erde stehen miteinander in Verbindung, nichts geht verloren: Grundwasser tritt als Quelle aus dem Boden und strömt als Fluss von A nach B, von den Bergen in Seen und Meere. Was verdunstet, regnet an anderer Stelle wieder ab und versickert ins Grundwasser. Auch wir Menschen nutzen Wasser im Kreislauf: Was wir entnehmen, leiten wir andernorts wieder ein.

Beschränkt:

Der Wasserschatz der Erde umfasst 1,38 Milliarden Kubikkilometer. Davon sind nur ganze 2,6 Prozent Süßwasser. Zieht man davon noch das im Eis gebundene Wasser ab und berücksichtigt, dass nur die Hälfte der verbleibenden Menge theoretisch als Trinkwasser nutzbar ist, bleiben 0,3 Prozent für Pflanze, Tier und Mensch. Nur 0,3 Prozent der weltweiten Wasservorräte sind als Trinkwasser verfügbar.

Gefährdet:

Alle von Menschen gemachten Verunreinigungen des globalen Wasserkreislaufs finden sich über kurz oder lang in unseren Grundwasservorräten wieder. Wir sollten daher sorgfältig mit unserem Trinkwasser umgehen und Gefahrenquellen eindämmen:

  • Intensive Landwirtschaft

    2013 wurden in Deutschland 32.551 Tonnen Herbizid-, Fungizid- und Insektizid-wirkstoffe1 im Wert von 1,506 Milliarden Euro ausgebracht (2014 ein war weiterer Anstieg um 6,2% auf 1,6 Mrd. € zu verzeichnen)2. Weiterhin landeten insgesamt rund 5,3 Mio. Tonnen Düngemittel auf den Äckern.3 Rückstände dieser Mittel landen unweigerlich im Grundwasser.
  • Anbau von Pflanzen zur Energieerzeugung (Biogas)

    Bei deren Anbau werden zum einen besonders viel Dünger und Pflanzenschutzmittel eingesetzt, zum anderen verdrängen sie vormals extensiv bewirtschaftete, ökologisch wertvollere Flächen, z.B. aus dem Bio-Anbau. Die Gärreste werden ebenfalls auf den Äckern ausgebracht und bilden ein zunehmendes Problem für das Grundwasser. Hinzu kommt eine immense Unfallgefahr der Anlagen oft verbunden mit völliger Zerstörung des Lebens in Bächen und Flüssen.
  • Intensive Tierhaltung

    In Landstrichen mit intensiver Landwirtschaft (z.B. Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, ostdeutsche Bundesländer), verunreinigen die Gülle-Emissionen das Grundwasser so massiv, dass es nicht mehr zum Trinken geeignet ist. Über 20% aller Messstellen in Niedersachsen, dem Massentierhaltungsland Nr. 1 in Deutschland, überschreiten den Nitratgrenzwert von 50 mg/l. Zudem wurden  im Landkreis Cloppenburg erstmals auch Tierantibiotika im Grundwasser nachgewiesen.

 

1 Quelle: BVL, Absatz an Pflanzenschutzmitteln 2013
2 Quelle: Industrieverband Agrar, Jahresbericht 2014/2015
3 Quelle: Industrieverband Agrar, Jahresbericht 2014/2015