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Wasser-Lexikon

Bei der Trinkwasseraufbereitung darf ganz erheblich in das Produkt eingegriffen werden. So sind z.B. zahlreiche Verfahren unter Chemikalieneinsatz zulässig.

Natürliches Mineralwasser darf nur eingeschränkt behandelt werden. Erlaubt sind beispielsweise:

  • Physikalische Verfahren um Eisen, Schwefelverbindungen und unerwünschte Bestandteile zu entfernen
  • Entfernung von Eisen, Schwefel, Mangan und Arsen aus dem Wasser mittels Ozon
  • Entzug von Kohlensäure mit physikalischen Verfahren
  • Entfernen von Fluorid durch Einsatz von aktiviertem Aluminiumoxid

Hinzugefügt werden darf zu Mineralwasser lediglich Kohlensäure.

Bio-Mineralwasser ist hier deutlich strenger: Problematische Behandlungen sind absolut verboten. Deswegen sind giftiges Ozon und der Zusatz von Aluminium tabu. Zugesetzte Kohlensäure muss aus biologischer Herstellung (Bio-Gärungskohlensäure) oder aus einer natürlichen Quelle stammen.

Mineralwasser vom Discounter ist in der Regel sehr billig. Es muss deswegen nicht automatisch von minderer Qualität sein, aber ein nachhaltiger, fairer und mehr Arbeitsplätze sichernder Herstellungsprozess ist damit unmöglich.
Die verwendeten PET-Einwegflaschen sind schlecht für die Umwelt und auch nicht gut für das Produkt. Denn Gase wie die Kohlensäure können sowohl aus der Flasche entweichen wie auch in die Flasche eindringen und dadurch den Geschmack des Mineralwassers verfälschen. Auch werden Stoffe aus dem Kunststoff an das Mineralwasser abgegeben.

Die Vermarktung von Bio-Mineralwasser zu Discountpreisen ist eigentlich nicht möglich: Die hohen Anforderungen an die Produktsicherheit und an eine umweltschützende, nachhaltige Herstellung, die Wert legt auf einen langfristigen Erhalt der besten Wasserressourcen, lassen Billigpreise nicht zu.

Es gibt genaue Vorschriften, was auf einem Mineralwasser-Etikett stehen muss:

  • Name und Ort der Quelle
  • Verkehrsbezeichnung, z.B.: „Natürliches Mineralwasser (mit Kohlensäure versetzt)“
  • Charakteristische Bestandteile (Mineralstoffe, Spurenelemente), die je nach Wasserzusammensetzung aufgeführt werden müssen: z.B. Natrium, Calcium, Magnesium, Chlorid, Sulfat, HydrogencarbonatMindesthaltbarkeitsdatum und Chargennummer (zur Rückverfolgung)
  • Inverkehrbringer und Füllmenge

Bio-Mineralwasser bietet mehr Transparenz und umfassende Verbraucherinformation:

  • Neben den o.g. sechs Mineralstoffen sind weitere Angaben enthalten, mindestens Fluorid, Nitrat und Kohlensäuregehalt
  • Name des Analyseinstituts und Analysedatum
  • Die deklarierte Analyse ist aktuell
  • Die Herkunft des Mineralwassers ist leicht zu erkennen und muss nicht im „Kleingedruckten“ gesucht werden.
  • Im Internet veröffentlicht der Mineralbrunnen die Ergebnisse der Biokriterienprüfung.
  • Das Bio-Mineralwasser-Siegel bietet auf den ersten Blick Orientierung.

Von wegen Wasser schmeckt nach nichts: Je nachdem, durch welche Gesteins- und Erdschichten das Mineralwasser gesickert ist, hat das Wasser verschiedene Mineralstoffe in sich aufgenommen. Abhängig von der Art der enthaltenen Mineralstoffe und deren Konzentration schmecken Mineralwässer völlig unterschiedlich:

  • Zu viel Natriumchlorid schmeckt salzig
  • Viel Natriumhydrogencarbonat schmeckt salzig bis seifig
  • Sulfat wirkt schnell bitter
  • Calciumsulfat schmeckt sehr trocken
  • Sehr gering mineralisierte Wässer hinterlassen oft einen metallischen Eindruck
  • Eisenhaltiges Wasser schmeckt adstringierend
  • Magnesiumhaltiges Wasser schmeckt leicht metallisch bis leicht bitter

Besonders gut schmecken ausgewogene Wässer mit Calcium, Magnesium und Hydrogencarbonat.

Mineralwässer benötigen als einzige Lebensmittel in Deutschland eine amtliche Anerkennung und Nutzungsgenehmigung.

Die rechtliche Grundlage dafür ist die deutsche Mineral- und Tafelwasserverordnung von 1984 (MTVO; letzte Fassung vom 01.12.2006). Die MTV beruht auf der europäischen Mineralwasser-Richtlinie (2009/54/EG). Bei Unklarheiten oder Differenzen sind stets die europäischen Bestimmungen vorrangig.

Die MTVO definiert die verschiedenen Begriffe sowie zulässige Höchstwerte für Inhaltsstoffe und Behandlungsverfahren. Grenzwerte sind an der Abwehr von Gesundheitsgefahren ausgerichtet, heutige Verbrauchererwartungen finden darin keinen Niederschlag.

  • So gibt es keine Grenzwerte z.B. für Radium, Uran, Pestizidmetabolite, künstliche Süßstoffe.
  • Veraltete Grenzwerte z.B. für Arsen, Kupfer, Mangan, Nitrat, Nitrit
  • Es gibt keine Vorschriften zur Kontrollhäufigkeit.

Bio-Mineralwasser verlangt strenge Grenzwerte

Um eine höchstmögliche Qualität zu garantieren verlangt Bio-Mineralwasser über die MTVO hinaus eine Reihe strenger Grenzwerte, die sich an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen orientieren. Es muss zudem mindestens 50 Jahre alt sein und damit älter als die meisten anthropogenen Umweltverschmutzungen oder es wird besonders strengen Untersuchungsvorschriften unterworfen.

Mineralwasser muss nach europäischem Recht seinen Ursprung in einem unterirdischen Quellvorkommen haben. Durch den in den Boden eindringenden Regen, der durch Gesteinsschichten sickert, bildet es sich in Jahren bis zu Jahrtausenden.

Bedeutung des Wasserschutzes
Wegen des besonderen Entstehungsprozesses ist großräumiger Wasserschutz so wichtig: Nur so lässt sich sicherstellen, dass die Qualität von zukünftigem Wasser genauso gut ist wie heute. Aktuell nimmt die Gefährdung der Vorkommen v.a. durch intensiven konventionellen Landbau aber weiterhin stark zu. Die Einzugsgebiete von Mineralbrunnen sind groß und häufig auch nicht vollständig bekannt, da das Wasser unterirdisch fließt. Das macht die Definition wirkungsvoller Wasserschutzgebiete schwierig – eigentlich müsste die ganze Erde ein einziges Wasserschutzgebiet sein.

Bio-Mineralwasser setzt sich für den Aufbau flächendeckender Schutzmaßnahmen ein: Hersteller müssen sich intensiv für den Wasserschutz engagieren und beispielsweise den Ökolandbau fördern. Der Staat sollte den Ausweis von Wasserschutzgebieten endlich auch für Mineralbrunnen ermöglichen!

Ökologie
Grundsätzlich gibt es fast überall Mineralwasservorkommen. Um Transportbelastungen für die Umwelt zu minimieren, sollten Verbraucher möglichst regionale Mineralwässer kaufen, die ihren geschmacklichen Vorlieben entsprechen.

Die Kohlensäure (eigentlich Kohlenstoffdioxid) ist das, was Mineralwasser so herrlich spritzig macht. Ganz nebenbei wirkt Kohlensäure auch konservierend indem sie Bakterienwachstum hemmt. Kohlensäure kann bereits in der Quelle enthalten sein, das ist v.a. in vulkanischen Gebieten der Fall. Kohlensäure kann zudem mit verschiedenen chemischen Methoden hergestellt werden. In Bio-Mineralwasser darf nur natürliche Quellkohlensäure oder aus biologischer Produktion gewonnene (Bio-Gärungskohlensäure) verwendet werden – die Verwendung von  Kohlensäure zum Beispiel aus fossiler Verbrennung ist verboten.

Alles, was auf die Erdoberfläche trifft, landet früher oder später auch im Wasser.

Das gilt besonders für die Landwirtschaft:

Von der konventionellen Landwirtschaft mit ihrem starken Einsatz von Pestiziden, synthetischen Düngemitteln und Wachstumsregulatoren gehen akute Gefahren für unsere Wasservorräte aus. Zunehmend gelangen Rückstände in das unterirdisch fließende Grundwasser, welches letztlich als Trink- und Mineralwasser gefördert und vom Endverbraucher konsumiert wird.

Deswegen ist es wichtig, dass vor allem in bekannten Wassereinzugsgebieten der Wasserschutz verstärkt und ausschließlich Ökolandbau betrieben wird: Ökolandbau belastet das Grundwasser mit deutlich weniger Nitrat und Stickstoff als konventioneller Landbau, die Böden erhalten eine hohe Fähigkeit, sich selbst zu regulieren und Nährstoffschwankungen auszugleichen. Grundwasserschutz ist daher langfristig nur möglich, wenn die Landwirte als wichtige Akteure eingebunden werden.

Eines der wichtigsten Kriterien für Bio-Mineralwasser ist deshalb ein nachhaltiges Wirtschaften zum Wasserschutz, konkret: den ökologischen Landbau im Einzugsgebiet des Mineralwassers und darüber hinaus zu fördern.

Verbrauch

  • Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland: 143,6 Liter (2014)
  • Absatz durch deutsche Mineralbrunnenbetriebe: 10,8 Mrd. Liter;
    plus 1,12 Mrd. Liter Import-Mineralwässer (v.a. aus Frankreich)
  • Ca. je 40 Prozent Sprudel- und Medium-Wässer, 20 Prozent Stille Wässer
  • Heilwässer spielen mit 80 Mio. Litern nur eine kleine Randrolle.

Unternehmen

  • Offiziell gibt es noch gut 200 Mineralbrunnenunternehmen in Deutschland, die Zahl der tatsächlich selbständigen Unternehmen liegt aber bei unter 100.
  • Die drei größten Unternehmen der Branche decken über 50 % des Branchenabsatzes ab und bieten sämtlich nahezu ausschließlich preisaggressive Discountprodukte an.
  • Der mit Abstand größte deutsche Mineralbrunnen (Mitteldeutsche Erfrischungsgetränke GmbH & Co. KG) gehört zur Lidl-/Kaufland-Gruppe.
  • Überwiegend Markenanbieter folgen mit der Nestlé Gruppe (u. a. Vittel, San Pellegrino) auf Platz 4, der Hassia-Gruppe auf Platz 5, der Frankenbrunnen Unternehmensgruppe auf Platz 7 und Gerolsteiner auf Platz 8.

Mineralwasser ist charakterisiert durch seine Mineralstoffe und Spurenelemente, die es ausschließlich auf seinem Weg durch das Gestein aufgenommen hat.

Der gesundheitliche Wert eines Mineralwassers kann in hohen oder niedrigen Mineralstoffgehalten liegen, je nach dem individuellen Bedürfnis eines Menschen. Unser Körper braucht Mineralien, er kann sie nicht selbst herstellen. Deswegen müssen wir sie über unsere Ernährung aufnehmen. Die Mineralstoffe im Mineralwasser liegen in gelöster Form vor, so dass der Körper sie besonders gut aufnehmen und verwerten kann.

Wirkung der Mineralstoffe im Körper

  • Natrium: Reguliert den Flüssigkeitshaushalt im Körper; für kochsalzsensitive Menschen mit Bluthochdruck sind natriumarme Mineralwässer wichtig
  • Calcium: Wichtig für Knochen und Zähne; vor allem Kuhmilchallergiker sind auf calciumreiche Mineralwässer angewiesen
  • Magnesium: Reizübertragung in den Muskelzellen, Schutz vor Thrombose und Muskelkrämpfen
  • Sulfat: Regt die Verdauung an
  • Hydrogencarbonat: Wirkt säureneutralisierend
  • Silizium: Dient der Festigkeit von Bändern, Sehnen und Bindegewebe; Mineralwässer sind oft der wichtigste Siliziumlieferant in der Ernährung

Mineralstoffgehalt
Es gibt übrigens keine Vorschrift, welche Mineralstoffmenge ein Mineralwasser enthalten muss. Als Deklarationsvorschrift gilt: Ein Wasser mit einem „sehr geringen Mineraliengehalt“ enthält nicht mehr als 50 mg/l. Bei einem „geringen Mineraliengehalt“ sind weniger als 500 mg/l und bei einem „hohem Mineraliengehalt“ mehr als 1.500 mg/l verschiedene Mineralstoffe enthalten.

Wasser-Geschmack
Die Mineralstoffe sind zudem die Geschmacksträger des Mineralwassers. Besonders gut schmecken ausgewogene Wässer mit Calcium, Magnesium und Hydrogencarbonat.

Pestizide sind Pflanzenschutzmittel, ihre Abbauprodukte nennt man Metabolite. Beides sollte in einem hochqualitativen Mineralwasser nicht vorkommen, wird aber immer häufiger nachgewiesen. Die Mineralwassergesetzgebung schreibt keine expliziten Grenzwerte vor. Grundsätzlich dürfen keine gesundheitsgefährdenden Mengen enthalten sein.

Bei den Abbauprodukten werden nicht relevante und relevante Metabolite unterschieden. Damit ist gemeint, ob sie noch eine Restaktivität besitzen und möglicherweise giftige Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesundheit haben oder ob solche Wirkungen nicht vorliegen bzw. noch nicht bekannt sind. Man weiß erst sehr wenig über die vielen verschiedenen Stoffe und ihre Wechselwirkungen mit anderen Substanzen.

Bio-Mineralwasser schreibt strengste Grenzwerte für größtmögliche Sicherheit und Qualität vor und verlangt darüber hinaus großes Engagement für Nachhaltigkeit und ökologischen Landbau: Auch Mineralwasserhersteller sollen das Ihre im Kampf gegen die Ausbringung dieser Stoffe beitragen.

Nach der Erstanerkennung schreibt die Mineral- und Tafelwasserverordnung für Mineralwasser keine weiteren Kontrollen vor. Verantwortungsbewusste Mineralbrunnen legen natürlich Wert auf lückenlose Überwachung ihrer Herstellung und Produkte.

Wasser ist jedoch ein sensibles Produkt, bei dem Verbraucher sich nicht allein auf die Hersteller verlassen wollen.

Deshalb ist für Bio-Mineralwasser und seine Herstellungsunternehmen ein fester Kontrollrhythmus Pflicht, der detailliert vorgeschrieben ist und dokumentiert werden muss.

Zusätzlich findet einmal jährlich die Bio-Kontrolle statt, auch unangemeldete Betriebsbesuche sind möglich. Das Qualitätssiegel wird außerdem nur für ein Jahr verliehen um sicherzustellen, dass alle Anforderungen konstant erfüllt werden.

Mineralwasser ist erhältlich in Glas- und Kunststoffflaschen sowie in Getränkekartons. Diese Verpackungen eignen sich unterschiedlich gut.

Schutz des Inhalts
Glas ist der bestmögliche Schutz für Getränke, da es keinerlei Fremdstoffe an den Inhalt abgibt. Bei Dosen, Getränkekartons und PET-Flaschen können sich Bestandteile aus der Verpackung lösen und ins Produkt übergehen. Auch können bei Kunststoffflaschen Gase wie die Kohlensäure aus der Flasche entweichen bzw. aus der Umgebung eindringen und den Geschmack des Wassers verändern.

Ökologie
Die ökologisch vorteilhafteste Verpackung sind Glasmehrwegflaschen: Bis zu 50-mal kann eine Flasche wiederbefüllt werden. Durch Transport und Reinigung wird weniger Energie verbraucht als durch die stetige Neuproduktion von Flaschen. Bei sachgemäßer Rückgabe verursachen sie keinerlei Abfall, kaputte Flaschen werden recycelt.

Die typische genoppte Brunnenflasche ist aber auf dem Rückzug, immer öfter setzen Mineralbrunnen attraktive neue und individuelle Glasmehrwegflaschen ein. PET-Mehrwegflaschen können immerhin bis zu 15-mal wiederverwendet werden, sind sehr leicht und gelten deshalb ebenfalls als ökologisch vorteilhaft.

PET-Einwegflaschen hingegen werden zum größten Teil nur zu anderen Produkten recycelt, was einen hohen Energiebedarf für immer neue Flaschen mit sich bringt. Leider liegt ihr Marktanteil bei weit über 50 Prozent.

Bio-Mineralwasser steht für Umweltschutz. Es darf daher nur in ökologisch wertvolle Mehrwegflaschen (Glas, PET) oder ökologisch vorteilhafte Kartons abgefüllt werden oder in PET-Flaschen, die mindestens zu 55 Prozent aus Altmaterial hergestellt sind.

Mineralwasser wird aus Wasservorkommen unterschiedlichen Alters gewonnen; es gibt Mineralwasser, das wenige Monate alt ist, und andererseits sogar Wässer, die noch aus der Eiszeit stammen.

Je älter ein Wasser ist, desto sicherer kann man sich sein, dass es frei von menschengemachten Verunreinigungen ist.

Bio-Mineralwasser muss daher mindestens 50 Jahre alt sein: Damit ist es in der Regel älter als die meisten anthropogenen Umweltverschmutzungen (Landwirtschaft, Atom-Technologie, Medikamente etc.). Jüngere Wässer müssen sich zusätzlichen Untersuchungen unterziehen.

Anhand der europäischen Gesetzgebung werden verschiedene Arten von Wasser unterschieden:

LEITUNGSWASSER / TRINKWASSER

Deutsches Leitungswasser ist in der Regel kein Quellwasser, sondern wird Flüssen und Seen oder dem Grundwasser entnommen. Oftmals werden verschiedene Wasserqualitäten so gemischt, dass die gesetzlichen Vorschriften geradeso eingehalten werden. Laut Trinkwasserverordnung muss Leitungswasser „genuss-tauglich“ sein sowie „frei von Krankheitserregern“ und „rein“. In Deutschland wird das mit Grenzwerten geregelt – allerdings gibt es für viele relevante Verschmutzungen keine Grenzwerte. Um die Bestimmungen zu erfüllen, wird „Hahnenwasser“ in den Industrieländern sehr stark behandelt: Mit Hilfe von Desinfektionsmitteln oder Bestrahlung wird es keimfrei gemacht, und mit immer größerem Aufwand werden die zahlreichen chemischen Wasserverschmutzungen reduziert.

MINERALWASSER

Mineralwasser muss nach europäischem Recht seinen Ursprung in einem unterirdischen Quellvorkommen haben. Durch den in den Boden eindringenden Regen, der durch Gesteinsschichten sickert, bildet es sich in Jahren bis zu Jahrtausenden. Je nach Gestein wird das Wasser gefiltert oder mit Mineralstoffen durch die Natur angereichert (einen Mindestgehalt gibt es nicht). Mineralwasser muss von ursprünglicher, bakteriologischer Reinheit sein, d. h. die Grenzwerte zu Keimen müssen ohne Hilfe von Desinfektionsverfahren eingehalten werden. Zahlreiche Vorschriften stellen sicher, dass das Wasser so, wie es aus der Quelle kommt, in die Flaschen gelangt. Auch die amtliche Anerkennung, die Mineralwasser benötigt, stellt diese Vorgaben sicher. Zudem sind - je nach Wasserqualität - gesundheitliche Auslobungen möglich.

QUELLWASSER

Anders als Mineralwasser benötigt Quellwasser keine amtliche Anerkennung, es muss ebenfalls ursprünglich bakteriologisch rein sein und zusätzlich die Vorschriften der Trinkwasserverordnung erfüllen. Trotzdem gelten bei den mikrobiologischen Anforderungen, den Behandlungsverfahren und der Abfüllung dieselben Kriterien wie bei Mineralwasser.

TAFELWASSER

Nur in Deutschland gibt es außerdem noch „Tafelwasser“. Tafelwasser wird auch künstliches Mineralwasser genannt, da es in der Regel aus Trinkwasser und zugesetzten Mineralstoffen gemischt wird. Eine amtliche Anerkennung ist nicht nötig, die Grenzwerte für Trinkwasser müssen eingehalten werden.

HEILWASSER

Die Bezeichnung „Heilwasser“ im Sinne eines Arzneimittels gibt es nur in Deutschland. Diese Wässer unterliegen den Bestimmungen des Arzneimittelrechts und müssen eine heilende Wirkung besitzen. Die Vorschriften für Mineralwasser gelten nicht für Heilwasser.

BABYWASSER

„Quell- oder Mineralwässer zur Zubereitung von Babynahrung“ müssen eine Reihe von Sonderanforderungen mit strengeren Grenzwerten erfüllen. Paradox: Meist wird Babynahrung mit Leitungswasser zubereitet, für das diese Sondervorschriften nicht gelten.